Angst vor der Weltreise – ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen

Blick hinter die Kulissen

Vor jeder Reise kreisen die Gedanken um die bevorstehenden Abenteuer. Packlisten, To-Dos und Einkäufe werden akribisch abgearbeitet. Reiseversicherungen gecheckt und abgeschlossen, um den Notfall abzudecken. Bei längeren Reisen Autos abgemeldet, überflüssige Zahlungen gekündigt oder pausiert. Mit Freunden und Verwandten getroffen, um über Reisevorhaben und Erfahrungen zu quatschen.

UND DANN kommt der Moment, in dem man mit sich alleine ist. Noch VOR der Reise. Der Moment, in dem man auf dem Sofa, im Bett, im Auto, noch in der Arbeit, am Klo, beim joggen oder sich sonst wo befindet. Wie ein lauter Glockenschlag.

ICH FAHRE WEG.

ALLEIN!

Man realisiert, was man sich vorgenommen hat. Man erkennt, wie strikt dieser Schritt ist. Alles hier auf Pause und GoodBye.

Und plötzlich kommt sie. Wie eine Gänsehaut kriecht sie den Rücken hoch. Eine Mischung aus Furcht, Respekt und Ahnungslosigkeit. Sie kommt im Magen an und versetzt uns einen kleinen Stoß, sie dämpft die Vorfreude  und lässt einen sofort an all dem wunderbaren Vorhaben zweifeln..

ABER WARUM?

No another Brick. Be yourself.

 

SICHERHEIT!

Genau das ist das Stichwort und der Auslöser. Mit einem Mal werden wir unterwegs sein. Weg von unserer Familie, ohne unsere Freunde. Alleine auf einer Reise um die Welt. Durch fremde Länder. Unbekannte Kulturen. Faszinierede Natur und vollkommen fremde Menschen.

Alles NEU. Alles Anders!?

Diese Gedanken sind vollkommen normal und nachvollziehbar. Nur solltest du dich nicht allzusehr davon beeinflussen lassen. Du hast dich für die Reise entschieden, weil es Zeit für Abenteuer ist. Du hast alles Nötige vorbereitet. Der Rucksack ist gepackt (oder bald 😉 ) und Reisedaten sind vorhanden.

“There are no foreign lands.
It is the traveler only who is foreign.

Egal was dir wirklich Sorgen macht, denke in Ruhe darüber nach oder sprich mit deinen Freunden. Jede deiner Sorgen hatte schon der eine oder andere Reisende vor dir.

  • Wie soll ich solange ohne meine Eltern oder Freunde auskommen?
    Die Welt ist dank moderner Technik so klein! Ladet euch Skype und babbelt jeden Abend, wenn dir die ersten Wochen deiner Reise schwer fallen. Du wirst jedoch sehen, dass du kaum Zeit dafür haben wirst, weil es soviel zu erleben gibt und du nette neue Menschen kennenlernen wirst.
  • Was ist wenn ich die ganze Zeit alleine reisen muss?
    Alleine zu starten ist ein mutiger Schritt, aber wirklich alleine sein wirst du wohl nur, wenn deine Reise ins tiefste Dickicht des Amazonas, in den Marianengraben oder auf den Mond geht.
    Überall sonst heißt es: „Hallo Backpacker, hallo Weltenbummler, hallo Touris“. Gleich ob beim Sightseeing, in der Bar oder im Hostel, du wirst genug Gleichgesinnte um dich haben. Und vielleicht sogar sehr schnell einen Travelbuddy, mit dem du ein paar Tage die Gegend unsicher machen kannst.
  • Ist mein Zeitplan zu straff?
    Vermutlich! Es gibt das schöne Zitat: „Wenn ich 7 Länder geplant habe, bereise ich 5. Wenn ich Zeit für 5 hätte, werden es 3“. Es geht nicht darum wie viele Länder auf deiner Liste stehen, sondern welche Länder du wirklich sehen konntest, die Kultur fühlen und die Menschen kennenlernen durftest. Schieb ne ruhige Kugel, das ergibt sich alles unterwegs. Du wirst innerhalb der ersten zwei Wochen deinen Plan mindestens 5 mall über den Haufen werfen. Das gehört zum Reisen. Glaube mir 😉
  • Und wenn ich krank werde?
    Dann gibt es wie daheim Doktoren und Krankenhäuser, die dazu da sind, Gebrauch davon zu machen. Google findet für dich die internationalen Krankenhäuser, das Taxi,T ukTuk oder der Esel vom Nachbarn bringen dich sicher dorthin.
    Vorher eine Auslandskrankenversicherung abschließen und du brauchst dir keine Sorgen über mögliche Kosten machen.
    Und wenn es nicht ganz so schlimm ist -> Skype an und lass dir von Zuhause ein „Gesund werde“-Schlaflied vorsingen und hüte ein paar Tage das Bett.
  • Was passiert wenn ich wiederkomme?
    Dann bist du wieder da. Du bist noch nicht einmal mit einem Fuß im Flieger und machst dir Sorgen um danach? Dein Leben wird danach weitergehen. Du wirst wieder in deinen Beruf, Studium oder dein Leben einsteigen. Oder vielleicht etwas ganz Neues? Du wirst zwischendurch ein Lächeln auf dem Gesicht tragen, wenn dich Alltagssituationen an Erlebtes erinnern. ODER natürlich du wirst zum Weltenbummler, besegelst die sieben Weltmeere, erklimmst jede größere Felsformation, tauchst in die tiefsten Gewässer, streifst durch Wälder, Wiesen und Wüsten.
    Doch dazu solltest du deine Glaskugel befragen oder einfach abwarten. Manchmal ist es doch schön, das Ende nicht zu kennen. Wie bei einem spannendem Buch. Oder nicht?

Schöne Grüße aus dem morgendlichen Thailand.
Euer Jan.

Wanderlust

 

(Bilder:http://distilleryimage6.s3.amazonaws.com/e8cb37ba14ba11e3a9d722000aeb0b90_7.jpg & http://theclassyissue.com/ )

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1 Comment

  • Reply
    Tina
    23. April 2015 at 13:58

    Hi Jan, da geht es wohl jedem gleich mit den kleinen-mittleren-großen Panikanfällen! 🙂 Es ist nicht die Angst vor der Reise an sich, sondern vor der Unsicherheit, was passieren wird! …Je größer die Panik, desto tiefer sitzt man wohl in der berühmten Komfort-Zone fest. 🙂 Guter Artikel!

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